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Wenn aus Freunden plötzlich erbitterte Feinde werden

Der Reporter Friedrich Orter appellierte in einem Vortrag an der HAK/HAS und HLW Landeck an die Jugend: Achtet auf die Demokratie und auf unser pluralistisches Europa. Wenn man nicht aufpasst und ständig daran arbeitet, können sehr schnell Konflikte entstehen, die viel Elend bringen. Aus Freunden werden unerbittliche Feinde und am Ende verlieren alle.

Am Dienstag, den 25.2.2019 fand im Rahmen der Mediengespräche der Tiroler Kulturservicestelle ein ausgezeichneter Vortrag mit Friedrich Orter an unserer Schule statt. Friedrich Orter ist Journalist und Buchautor. Er war einige Jahrzehnte als Auslandskorrespondent des ORF bis 2012 tätig und hat sich dann in den Ruhestand verabschiedet. Seine Einsätze als Sonderberichterstatter waren weltweit in verschiedensten Krisenregionen. Er berichtete 1989 vom Umsturz in Rumänien und ab 1991 von den Kriegen am Balkan. Danach von den Krisengebieten im Nahen und Mittleren Osten, insbesondere aus Afghanistan, Irak und zuletzt vom Syrienkrieg. Darüber hinaus war er auch in Katastrophengebieten tätig, wie z.B. bei der Überschwemmungskatastrophe in Pakistan oder bei Erdbebenkatastrophen. Bei seinem Besuch an unserer Schule gab er einen kurzen Einblick in seinen ehemaligen Aufgabenbereich und gab dann SchülerInnen die Möglichkeit zu Fragestellungen. Bei seinen Ausführungen betonte er immer wieder die Wichtigkeit von guter Information im Gegensatz zu „Fake News“ und dem damit verbundene Wert von Demokratie und dem Einsatz für unabhängige Berichterstattung. Den Medien als Kontrollinstanz im Staat kommt eine verantwortungsvolle Aufgabe zu, die nur von gut ausgebildeten und professionellen Journalisten wahrgenommen werden sollte. An einer Manipulation der „Öffentlichen Meinung“ und einer Lenkung der Meinungsbildung wird immer und überall gearbeitet, nicht nur in Konfliktgebieten. Dabei erwähnte er auch jüngste Manipulationsversuche bei den amerikanischen Wahlen oder der Brexitabstimmung über das Internet. 

Bei der Beantwortung von Schülerfragen gab er einen kleinen aber sehr berührenden Einblick in seine Erlebnisse an Kriegsschauplätzen, wie in Bagdad und beim Massaker in Srebrenica in Bosnien. Er erzählte Ihnen, wie man in Krisengebiete kommen kann, wie man Kontakte knüpfen muss und wie man laufend achtsam sein muss. Die Gefährlichkeit solcher Einsätze darf nie unterschätzt werden und mit „Abenteuertum“ hat das nicht im Geringsten zu tun. Viele seiner Kollegen haben Probleme diese Erfahrungen und Bilder zu verarbeiten und leiden an „posttraumatischen Belastungsstörungen“. Man muss sich immer bewusst sein, dass man auch die Gesprächspartner, Dolmetscher und Informanten in Gefahr bringen kann. Die Manipulationsversuche durch einzelne Konfliktgruppen sind allgegenwärtig und man muss versuchen, nie zu werten, sondern objektiv zu berichten.

Diese Erzählungen und Ausführungen waren für die Schüler/innen und Lehrer/innen beeindruckend und damit alle den Vortrag auch mitverfolgen konnten, wurde der Vortrag von den Schüler/innen der 3. MEDIEN.HAK-Klasse in einer LIVE-Sendung in alle Klassenzimmer für alle Schüler/innen übertragen.

Fotos: HAK/HAS und HLW Landeck

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Presseberichte: Tiroler Tageszeitung, Oberländer Rundschau

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